podcasts — best of

Auf dem (Fuß-)Weg zur Arbeit höre ich gerne Podcasts. Podcasts, finde ich, sind eine Wunder-volle (bewusster Bindestrich) Möglichkeit, die Gedanken an Arbeit oder Haushalt noch einmal um 30 – 40 Minuten nach hinten zu schieben und stattdessen etwas völlig Neues aufzunehmen. Das können wissenschaftliche Sachverhalte sein (Radiolab: Bäume kommunizieren unterirdisch miteinander – vermittels Pilzen!) oder politische (This American Life: Putins dubioser Weg zur Macht) oder spirituelle (On BeingJames Martin über Gott in allen Dingen) oder unterhaltsame (The Mysterious Secrets of Uncle Bertie’s Botanarium hatte ich bereits erwähnt). Es gibt Podcasts mit ortsspezifischem Fokus (BBCs Scotland Outdoors) und solche mit themenspezifischem (Edit your Life, z.B. über Kompromisse in Beziehungen). Zusätzlich zu den tollen Inhalten kann ich in den amerikanischen und englischen Sendungen auch jeden Tag authentisches Englisch hören, was mir sehr gut tut (und meinem Hörverstehen auch).

Die oben aufgeführten Podcasts sind natürlich nur die Spitze des Eisbergs. Und selbst wenn man all die Podcasts kategorisch ausblendet, die mit „Ja also, ich wollte auch mal einen Podcast machen, äh, ist das an?“ beginnen (und das sollte man), gibt es eine schier endlose Menge technisch gut gemachter und tatsächlich interessanter Podcasts, die wöchentlich oder vierzehntägig oder monatlich eine Folge liefern.

Wie auswählen? Ich schlage vor, mit einer bereits von anderen vorgenommenen Rangliste zu beginnen, z.B. dieser hier aus dem Guardian, die sogar schon nach Kategorien aufgeschlüsselt ist. Damit hat man einen sehr guten Einstieg und erst einmal über mehrere Wochen zu tun.

Eine App-Empfehlung habe ich auch. Eigentlich zwei:

  1. iOS bringt eine eigene Podcast-App mit, und diese hat komfortablen Zugriff auf eine sehr große Datenbank an Podcast, die man nach Stichworten durchsuchen kann. Wer also Interviews mit Richard Rohr, OSB, sucht, findet über die Suche dann einzelne Podcastepisoden, etwa diese von OnBeing oder diese von TheLiturgist (beide sehr empfehlenswert). Man kann diese Episoden dann gezielt mit einer Podcast-App seiner Wahl ansteuern, etwa dieser:
  2. Angesichts der Menge an Podcastepisoden, die zusammenkommen, muss für mich eine Podcast-App vor allem eines können: Übersicht bieten. Und das geht am besten über Playlists. Hier hat die native Podcast-App starke Schwächen, und seltsamerweise viele andere auch. Denn während man bei vielen Apps ganze Podcasts in einer Playlist anordnen kann, die dann mit den jeweils aktuellsten oder den drei letzten etc. Folgen aktualisiert wird, möchte ich ganz eklektisch einzelne alte und neue Folgen aus verschiedenen Podcasts in einer „Später hören“-Playlist sichern, um diese dann bei Bedarf abzuhören. Und das kann nach meinen Recherchen nur (oder zumindest so, dass auch ich es verstanden habe):
    *Trommelwirbel*

    PodCruncher von Obessive Coders.

 

Mein workflow: Podcasts, die ich regelmäßig höre, stehen oben in meiner Liste aller subskribierten Podcasts, so dass ich gleich sehe, wenn es neue Episoden gibt. Diese lade ich dann in der Regel herunter, so dass ich sie netzunabhängig hören kann.
Die anderen Podcasts durchstöbere ich immer wieder einmal nach interessant klingenden Episoden, die ich dann ebenfalls herunterlade.
Und jetzt kommt’s: PodCruncher listet alle heruntergeladenen Episoden automatisch in einer smarten Playlist, die dann also immer die Folgen enthält, die ich mir für später merken wollte. Es gibt noch zahlreiche andere smarte Paylists (z.B. ‚starred‘, also markierte, Episoden – das sind bei mir die, die ich gehört habe und so gut fand, dass ich sie mir längerfristig merken möchte, auch wenn ich den Download wieder entferne, um Speicherplatz freizumachen).

Soweit meine Tipps. Ich muss sagen: Podcasts haben mein Leben und Denken nachhaltig bereichert – und tun dies immer noch täglich. Manche Podcasts, wie This American Life, begleiten mich schon über Jahre, und ich erinnere mich gerne an Situationen, in denen ich – noch jung und fit – beim Joggen durch die Bonner Rheinaue und dann über die Konrad-Adenauer-Brücke ganz vertieft und beseelt den großartigen Geschichtenerzählerinnen und Geschichtenerzählern um Ira Glass lauschte, während unter mir der Rhein sich wie ein Pechstrom durch die Dunkelheit wälzte.

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2 Gedanken zu “podcasts — best of

  1. Hey Christian,
    Schöner Blog. gerade eben erst entdeckt.
    Kleine Randbemerkung: Du hast vergessen, das allerbeste Richard-Rohr-Interview aller Zeiten zu erwähnen: RobCast Episode 86: https://robbell.podbean.com/e/episode-86-richard-rohr-and-the-alternative-orthodoxy/
    Ich könnte diesem energiegeladenen, endorphinanregenden Zwiegespräch über acht Thesen, die die gesamten christlich-spirituellen Normen augenscheinlich auf den Kopf stellen, dabei aber irgendwie näher an der Mitte des Ganzen sind als vieles Andere, ewig zuhören. Habe es schon mindestens 5mal gehört (also, seit es erschienen ist, nicht am Stück!).

    Viele Grüße aus Würzburg
    Patrick

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